Freiheit

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Freiheit gibt es nur von der inneren Bedingtheit. 

Hier können wir Buddha hören, wie er sagt :

"Wir leiden deshalb, weil wir an Menschen und Dingen einer Welt hängen, in der nichts Bestand hat."

Und für uns Europäer spricht es Nietzsche :

"Dies, ja dies allein ist Rache selber: des Willens Widerwille gegen die Zeit und ihr »Es war«.[394]"

Allein heute ist Freiheit bequem, so stellen wir uns die Freie Entfaltung vor. In einem grenzenlosen Raum, endlos in alle Richtungen sich erstrecken können, ohne Widerstand, ohne Kanten, ohne ein Gegenüber als anderes.

Einerseits naiv aber auch anzüglich, konspirativ, lüstern: Diese Vorstellung der Freiheit ist durch Marketing gestiftet und ist die Übersetzung des grenzenlosen Wirtschaftswachstums-Gedanken auf den Einzelnen.

Byung-Chul Han bemerkt treffend: "Der Wegfall der Herrschaftsinstanz führt aber nicht zu einer wirklichen Freiheit und Zwanglosigkeit, denn das Leistungssubjekt beutet sich selbst aus [...] Der transparente Kunde ist der neue Insasse, ja der Homo saccer des digitalen Panoptikums." und schließt mit: "Der Insasse des digitalen Panoptikums ist Opfer und Täter zugleich. Darin besteht die Dialektik der Freiheit, die Freiheit erweist sich als Kontrolle."

[Byung-Chul Han, Transparenzgesellschaft,S. 79/80/82, 3. Auflage 2013 MSB]

"Die Absolute Freiheit verhöhnt die Gerechtigkeit. Die Absolute Gerechtigkeit leugnet die Freiheit. Um fruchtbar zu sein, müssen beide Begriffe sich gegenseitig begrenzen. Niemand hält sein geschick für frei, wenn es nicht gleichzeitig gerecht ist, und nicht für gerecht, wenn es nicht frei ist."

 [Albert Camus, Der Mensch in der Revolte, 29. Auflage Oktober 2013, Rowohlt Verlag ]


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